Später fand man, daß beim Zusammengeben von sauren und
alkalischen Lösungen
Salze erhalten werden können. Daher bezeichnete man die in Laugen
gelösten Stoffe als Basen, da sie die Basis
Weil verschiedene Nichtmetalloxide mit Wasser Säuren bilden, sah
Lavoisier (1743-1794) den Sauerstoff als den Träger
der sauren Eigenschaften.
Davy erkannte das Wasserstoff die sauren Eigenschaften eines Stoffes
bedingt, da es auch Säuren gibt, die keinen Sauerstoff enthalten (z.B.
Salzsäure). Liebig fand 1838, daß nur solche
Wasserstoffverbindungen als
Säure wirken, in denen sich der Wasserstoff durch Metalle ersetzen
läßt.
Die unter Salzbildung ablaufende Reaktion einer Säure mit einer Base nannte
Liebig Neutralisation.
In den Jahren 1884 bis 1887 stellte Arrhenius die Theorie der
elektrolytischen Dissoziation auf. Nach dieser Theorie sind in
Elektrolytlösungen (Lösungen von Säuren, Basen oder Salzen) frei bewegliche
Ionen vorhanden. Die Ionen entstehen nicht erst durch die Einwirkung eines
elektrischen Feldes (das hatte man früher angenommen), sondern bereits beim
Lösen der Verbindung in Wasser.
Durch Arbeiten von Ostwald über Ionengleichgewichte in
wäßrigen Lösungen wurde die Theorie weiter ausgebaut.
Die Bildung der Ionen erfolgt nach Arrhenius durch Dissoziation (z.B. von HCl oder NaOH):
Mit diesen Begriffen kann man viele Reaktionen in wäßrigen Lösungen verständlich machen. Die Schwäche dieser Definition ist jedoch die Beschränkung auf wäßrige Systeme.
Dabei wird ein H+ -Ion (ein Proton) vom HCl-Molekül auf ein H2O -Molekül übertragen. Eine ganz analoge Reaktion findet beim Lösen von HCl-Gas in Alkohol statt:
Um alle derartigen Reaktionen analog behandeln zu können, wurden die Säure- und Base-Begriffe von Brönsted und Lowry (unabhängig voneinander) erweitert (1923).
Nach Brönsted werden Stoffe oder Teilchen, die imstande sind H+ -Ionen abzugeben als Säuren bezeichnet. Basen sind dementsprechend Stoffe, die Protonen aufnehmen können.
Gegenüber dem Arrhenius-System stellen die Brönsted-Begriffe einen großen Fortschritt dar. Sie charakterisieren nicht bestimmte Stoffe, sondern eine bestimmte Funktion: die (potentielle) Fähigkeit, Protonen abzugeben bzw aufzunehmen.
Nun gibt es aber noch viele andere Elektronenakzeptoren, die sich analog an freie Elektronenpaare anlagern können. BF3, SO3 sind Beispiele für weitere Elektronenakzeptoren, die Lewis ganz allgemein als Säuren bezeichnete. Die Basen sind die zugehörigen Elektronenpaar-Donatoren (-Lieferanten).
Um sie von den vorher definierten Brönsted-Säuren und -Basen besser unterscheiden zu können, werden diese Stoffe Lewis-Säuren bzw. Lewis-Basen genannt.